Manhattan Transfer

So, 05.07.2020 - 19:30
Wiener Staatsoper, Wien

mit Simone Kopmajer Band & Wolfgang Puschnig

Info

Tim Hauser, der in New Jersey aufgewachsene Gründer von Manhattan Transfer, wusste schon mit 15 Jahren, dass er einmal Sänger werden will. Zunächst sang er Doo-Wop, probierte sich dann im Folk, ehe er zum Jazz fand. Zur Sicherheit studierte er Wirtschaft und arbeitete zunächst auch als Marktforschungsanalyst in einer Werbeagentur.

1969 gründete er allerdings Manhattan Transfer und probierte es zunächst mit einer Mischung aus R&B und Country. Ein veritabler Flop. Dann, als er sich gerade als Taxifahrer verdingte, lernte er die Sängerinnen Laurel Massé und Janis Siegel kennen und gründete mit ihnen 1972 Manhattan Transfer erneut. Mit Alan Paul kam bald ein zweiter männlicher Vokalist ins Team.

Gemeinsam erarbeitete man sich einen an Bebop, Vocalese, Swing und Brasil orientierten Sound und eroberte die Welt damit im Sturm. Einer ihrer Hits war „Birdland“. Hauser hatte eine burgenländische Großmutter, die zwar 1906 ausgewandert war, aber bis in ihre Neunziger Deutsch gesprochen hat. Sie führte ein Zuckerlgeschäft. Vielleicht waren es diese österreichischen Wurzeln, die Hauser zum ebenfalls nach New York eingewanderten Joe Zawinul führten. Dessen Komposition „Birdland“ interpretierten Manhattan Transfer so innig, dass es ein internationaler Tophit wurde. Zawinul kassierte reichlich Tantiemen, grantelte aber trotzdem herum, dass ihm da zu wenig Bass sei.

„Birdland“ wurde dennoch das Erkennungslied von Manhattan Transfer, die in den Siebzigerjahren eine Reihe anderer Hits wie „Chanson D´Amour“, „Speak Up Mambo“ und „Tuxedo Junction“ lancierten. Mit dem 1985 veröffentlichten Album „Vocalese“ schufen sie ein Hitalbum, das für nicht weniger als elf Grammys nominiert wurde. Zwei erhielten sie letztendlich. Auch „Brasil“, ein 1987 aufgenommenes Brasil-Album, bei dem sie mit Milton Nascimento, Djavan und Wagner Tiso kooperierten, zählt zu den mit einem Grammy ausgezeichneten Klassikern dieser jahrzehntelang erfolgreichen Formation.

Das 2009 aufgenommene „Chick Corea Songbook“, das damals im Blue Note Club in New York höchst erfolgreich vorgestellt wurde, war leider der Schwanengesang der Originalbesetzung. Tim Hauser verstarb 2014 an einer Lungenentzündung. Die anderen entschlossen sich nach einigem Zögern, doch weiterzumachen. Das 2018 veröffentlichte „The Junction“ überzeugte. Darauf zu hören war der neue Sänger Trist Curless. Die Lieder stammten größtenteils aus der Feder von Alan Paul, Janis Siegel und Cheryl Bentyne. Rave on!

SIMONE KOPMAJER BAND & WOLFGANG PUSCHNIG
Ihre Stimme ist von jener natürlichen Anmut, die ihre Heimat, das Ausseerland prägt. Simone Kopmajer wurde 1981 in Schladming geboren, wuchs aber in Bad Aussee auf. Also exakt zwischen den beiden so unterschiedlichen Schönheiten Grundlsee und Altausseer See, was eine schöne Metapher auf ihre Hin- und Hergezogenheit zwischen Jazz und Popmusik ist.

Im Vorjahr hat sie, die bei Jazzgesangslegenden Sheila Jordan und Mark Murphy in Graz studiert hat, mit „My Favourite Songs“ eine famose Werkschau im Doppelalbumsformat veröffentlicht, die ihrer Liebe zu beiden Genres gerecht wird. Auf der Jazzscheibe brilliert sie nicht nur mit formschönen Eigenkompositionen, sondern auch mit makellosen Interpretationen von Klassikern wie „Exactly Like You“ und „The Very Thought Of You“. Auf der Popscheibe verwöhnt sie u.a. mit Marvin Gayes „What´s Going On“, Adeles „Rolling In The Deep” und Frankie Vallis „Can´t Take My Eyes Off You”.

In ihrer bisherigen Karriere hat Kopmajer mit Meistern wie Houston Person, George Mraz, Wolfgang Puschnig und Jamaaladeen Tacuma aufgenommen.

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Veranstalter: Jazz Fest Wien

Infos zum Veranstaltungsort

Wiener Staatsoper

Opernring 2
1010 Wien

Tickethotline: +43 1 58885

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